Projektarbeit ist eine Möglichkeit, sich mit einem Thema ausführlicher zu beschäftigen. Ziel des Projektes kann eine Aktion sein, die zur Lösung eines Problems beiträgt oder ein Thema in anderer Weise aufgreift. In jedem Fall ist ein Projekt zeitlich begrenzt, auch wenn die Dauer unterschiedlich sein kann (von einem 1-2tägigen Kurzprojekt bis zu mehreren Jahren).

 

Das besondere an Projektarbeit ist, dass alle in der Gruppe zusammenarbeiten und versuchen, gemeinsam das Projekt von der ersten Idee bis zum Abschluss zu bearbeiten. Denn die Idee der Projektarbeit stammt ab von der „learning by doing“-Philosophie: Nicht nur das Erreichen des Projektziels steht im Vordergrund, sondern mindestens genau so wichtig ist, dass alle etwas bei der Arbeit am Projekt lernen.

 

Die Projektarbeit wird von der Idee bis zum Abschluss in verschiedene Phasen eingeteilt  (dazu gibt es viele verschiedene Modelle, hier ist mal eins mit vier Phasen).

 

1) Vorbereitungsphase

In der Vorbereitungsphase steht zunächst die Ideenfindung an. Manchmal kommt in einer Gruppe ja spontan eine Idee auf, was man machen könnte. Oder man nutzt für die Ideenfindung z.B. ein Brainstorming machen, oder – wenn es schon eine grobe Idee für ein Projekt gibt – auch ein Mind Map.

Wenn die Idee für ein Projekt steht, steht als nächstes die Zielsetzung an – denn ohne ein konkretes Ziel kann man ja das Projekt nie abschließen. Bei der Zielsetzung und der Grobplanung hilft die Checkliste zur Projektplanung:

Planungsphase

Wenn alle diese Fragen geklärt sind, geht das Projekt in die Planungsphase. In dieser Phase wird für alle Aktivitäten überlegt, welche Arbeitsschritte getan werden müssen. Außerdem wird festgehalten, wann diese Arbeitsschritte von wem getan werden. Die wichtigsten Fragen sind: Wer macht was wann? Welches Material brauchen wir? Müssen Absprachen getroffen werden?

 

Um den Überblick zu behalten, was gerade getan werden muss, lohnt es sich, alle Arbeitsschritte in einem Maßnahmenplan festzuhalten.

 

Maßnahmenplan mit ein paar Beispielen:

Durchführungsphase

In dieser Phase geht es endlich richtig los: Arbeitsschritte, die zuvor geplant wurden, werden umgesetzt. Das erfordert gute Zusammenarbeit aller, und es kann bei großen Projekten sinnvoll sein, dass eineR oder mehrere dafür zuständig sind, den Überblick über den Zeitplan und alle Aktivitäten zu bewahren.

 

Abschlussphase

Wenn alle Aktivitäten, die das eigentliche Projekt ausmachen, abgeschlossen sind, tritt das Projekt in die Abschlussphase ein. Im Mittelpunkt steht die Reflektion: Wurde das Ziel des Projektes erreicht?  Wie war die Zusammenarbeit in der Gruppe? Gibt es noch andere Erfolge über das Projektziel hinaus? Oder, falls das Projekt nicht so geklappt hat, wie geplant, wie kam es dazu? Schließlich wird der ganze Hergang des Projekts dokumentiert, z.B. durch ein Fotoalbum, einen Bericht  auf der Homepage und Zeitungsartikel.

 

Beim Vergleich vieler Projekte hat sich gezeigt, dass es typisch ist, wenn alle Beteiligten sich zwischendrin richtig schlecht fühlen und das der Erfolg des Projekts infrage gestellt wird.

Allerdings zeigt sich auch, dass, sobald sich die ersten kleinen Erfolge einstellen, die Projektarbeit der Gruppe noch mal einen richtigen Schub gibt. Es lohnt sich also, durch zuhalten.

Noch ein paar Tipps:

Es gibt viele Wettbewerbe, bei man Projekte einreichen kann – teilweise mit  tollen Geld- und Sachpreisen. Genauso gibt es Projektförderungen für verschiedenste Themenbereiche. Eine gute Information ist die JRK-Info, die man online über die Homepage des JRK beziehen kann.

Auf diesen Homepages gibt es weitere Informationen zur Projektarbeit: http://www.ljr.de/qualitaet und www.training-youth.net (unter T-Kits: Project Management, leider nur auf Englisch). Unter www.jugendfuereuropa.de/service/publikationen/ kann man die Broschüre „Mach was draus...“ herunterladen, ein Methodenhandbuch zur Projektarbeit.