Wer Kinder erziehen will,

muss mit ihnen lieben und leiden

      spielen und träumen 

      denken und empfinden.

Johannes Müller

 

Das Wort „Spiel“ stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet ursprünglich „unterhaltende Beschäftigung, fröhliche Übung, Kurzweil“.

 

Der Mensch zeigte schon immer den Drang, sich zu betätigen und zu spielen. Bereits Friedrich Schiller sagte einmal, dass der Mensch nur dort Mensch sei, wo er spielt. Viele unserer Fähigkeiten entstammen dem Spiel!

 

Es gibt zahlreiche Deutungen des Spiels, einige klassische Theorien seien hier erwähnt:

 

Theorie des Kraftüberschusses:

die Körperkräfte und geistigen Fähigkeiten, die eine Grundlage für das organische Gleichgewicht darstellen, verlangen nach Betätigung.

 

Einübungstheorie:

das Kind nimmt die Dinge seiner Umwelt auf und verarbeitet sie im Spiel. Das Spiel sei somit eine Vorübung auf das Leben als Erwachsener.

 

Reinigungstheorie:

das Spiel sei eine Möglichkeit des Menschen, seine aggressiven, gesellschaftsfeindlichen Tendenzen (z.B. Egoismus) auf unschädliche Weise abzureagieren und sich somit davon zu „reinigen“.

 

Erholungstheorie:

im Spiel würden brachliegende Kräfte aktiviert. Dabei führt der Mensch seine Energie nicht ab, sondern sammelt und erholt sich.

Sicherlich ist ein gewisser Gehalt an obigen Theorien in jedem Spiel enthalten, ohne dass wir uns darüber immer im Klaren sind.

 

Wir bedienen uns der Spiele, um Spaß zu haben und/oder ein Ziel zu verfolgen. Verschiedene Faktoren müssen dabei beachtet werden:

 

1. Rahmenbedingungen

· Draußen?

· Im Haus?

· Größe des Raumes

· Gruppengröße

· Material (Ball, Decken usw.)

· Nachbarschaft?

· Tageszeit/Nachtruhe

 

2. Teilnehmer

· wie viele

· Alter

· Spielerfahrung

· Kennt sich die Gruppe?

 

3. Spielleiter

· Voraussetzungen für einen Spielleiter:

· Muss selbst gerne spielen

· Passende Spiele aussuchen

· Viele Spiele kennen

· Gut, verständlich und sicher erklären können

· Gut vorbereitet sein

· Spiele jederzeit abwandeln können

· Passende Atmosphäre für die Spieler schaffen

· Situationen einschätzen können (Spiellaune der Teilnehmer ernst nehmen,

· evtl. ein Spiel abbrechen, wenn „die Luft raus ist“)

 

4. Ziele

· Wo liegt der Sinn eines Spieles, was wollen wir damit erreichen?

· Einfach nur Spaß dabei haben

· Die Atmosphäre beeinflussen, eine bestimmte Atmosphäre erzeugen (Ruhe? Nachdenklichkeit? Action? Bewegung der Gruppe?)

· Wissen vermitteln

· Sozialverhalten beeinflussen bzw. lernen und beobachten (gewinnen/verlieren lernen, Außenseiter integrieren, Selbstwertgefühl stärken, spielen ohne Gewinner und Verlierer)

· Kreativität fördern

 

5. Kreativ sein!

Jedes Spiel lässt sich gut abwandeln, so dass ein neues daraus entsteht! Bei bekannten Spielen ist schnell die „Luft“ raus – wenn die Regeln geändert werden oder eine anderes Spiel „eingebaut“ wird, kann dies verhindert werden.

 

Welche Spiele gibt es?

· Kennenlernspiele

· Anwärmspiele / Warming up

· Entspannungsspiele

· Konzentrationsspiele/Denkspiele

· Spiele zum Sozialverhalten

· Sprachspiele

· Spiele zur Sinneswahrnehmung

· Beobachtungsspiele

· Reaktionsspiele

· Geschicklichkeitsspiele

· Musikspiele

· Bewegungsspiele

· Spiele zum Gestalten

· Darstellende Spiele

· Farbenspiele

· Spiele mit Mengen

· Experimentelle Spiele

· Umweltspiele