Wie entsteht eine Gruppenstunde?

Worum es hier geht: Die Planung einer Gruppenstunde.

Worum es hier nicht geht: Kochrezepte für Gruppenstunden. Ihr bekommt lediglich einen kleinen Kochkurs, danach müsst ihr selber ausprobieren, wie’s (Eurer Gruppe) am besten schmeckt! Einige Zutaten stellen wir Euch auch noch vor...aber weil jede Gruppe unterschiedlich ist, gibt es nicht die Gruppenstunde, die allen passt. Also...

Wie entsteht also eine Gruppenstunde? Jede Gruppenstunde sollte im Vorfeld geplant sein. Da heißt es, sich eine paar Gedanken zu machen (insbesondere, wenn Du keine Zeit hast, lohnt es sich, sich kurz Gedanken zu machen, was Du mit Deiner Gruppe anfangen kannst - sonst kommt der Stress kurz vorher).

Mindestens solltet Ihr Gruppenleiter ein Ziel vor Augen haben: Soll es heute für alle darum gehen, vor allem "Fun" zu haben, oder steht ein bestimmtes Thema an?

z.B. ein Thema rüberbringen: Hier steht die Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten im Vordergrund (z.B. Rotkreuzgeschichte, Verbände anlegen...).

z.B. Spaß haben: Die Teilnehmer brauchen nicht viel zu denken, sie haben einfach Spaß (z.B. Spieleabend). Es gilt allerdings zu beachten, dass vor allem auch Spiele zur Verbesserung des gegenseitigen Umgangs beitragen können.

z.B. kreativ werden: Basteln, batiken, Theaterspielen usw.

Jedes Ziel kann natürlich mit verschiedensten Spielen und kreativen Methoden erreicht werden - die Mischung macht's.

Mit vielen Formen  der Gruppenstunde lässt sich also eine Weiterentwicklung der Gruppe erreichen.

Methoden vermitteln. Sie sind Werkzeuge, die uns helfen, Informationen, Gefühle, Wissen und vieles mehr zu transportieren. Im Prinzip arbeiten wir von Geburt an mit Methoden, trotzdem macht es Sinn, sich damit näher zu beschäftigen. Denn es gibt gute und schlechte Methoden oder besser gesagt: geeignete und ungeeignete.

 

Mit Methoden wird zum einen bezeichnet, wie die Gruppe während der "Arbeit" zusammengesetzt ist: Einzeln, in Paaren, Klein- oder Großgruppe? Allerdings werden damit auch die einzelnen Techniken (kreativ? sachlich? spielerisch?...) bezeichnet. Rechts gibt es eine große Methodenbox zum Download mit Umsetzungsideen für alles möglichen Inhalte.

 

Macht Euch Gedanken, ob geplante Methoden zu Eurer Gruppe und zu Eurem Ziel für den zur Verfügung stehenden Zeitraum passen (siehe auch unter "Die Gruppe").

 

Einige Beispiele:

a. Wichtiges für Anfangssituationen

Erst mal Kennenlernen. Spielerisch und ungezwungen sich beschnuppern, Namen lernen, aufwärmen und in der Gruppe orientieren. Keine Gewinner/Verliererspiele. Erwartungen abfragen.

 

b. Methoden zur Vertiefung von Gruppenbeziehungen/Selbsterfahrung

Vertrauens„spiele“, Kommunikations- und Kooperationsübungen, Konfliktübungen, Rollenspiele, Spiele, die uns an die eigenen Grenzen führen. Hier muss nicht immer Lebensgefahr bestehen! Es gibt auch „kleine“ Spiele für die Selbstwahrnehmung!

 

c. Methoden für die Vermittlung von Inhalten/Themen

Das Paradebeispiel: Tageslichtprojektor. Fragt Euch mal, ob ihr darauf nicht des öfteren verzichten könnt. Lasst lieber die Gruppe mehr arbeiten! Für Flipchart, Beamer und  Tafel gilt ähnliches: Da kommt es nämlich schnell zu einem "Fernseh-Effekt", wo die Gruppe lahm wird und Ihr den lustigen Entertainer spielen dürft.

Es gibt nämlich auch noch: Meta-Plan, Brainstorming, Gruppenarbeit, Spiele und Rollenspiele, Mind-Mapping, eigene kreative Ideen!!!

 

d. Zur Auswertung/Abschluss

Reflexion ermöglichen und zum Nachdenken anregen.

Eigentlich könnt ihr Euch vor jeder Gruppenstunde noch mal durch den Kopf gehen lassen , ob die Rahmenbedingungen einen guten Gruppenabend zulassen. Dazu gehört:

- Gruppengröße (Anzahl Teilnehmer)

- Alter der Teilnehmer (siehe hier)

- Geschlecht der Teilnehmer

- Zeitliche Möglichkeiten (Gruppenstunde oder Gruppendoppelstunde)

- Örtliche Möglichkeiten (Drinnen – Draußen, Raumgröße, Zahl der Räume...)

- Phase der Gruppe (siehe hier)

- Aktuelle Interessen der Gruppe, Motivation

 

Die meisten dieser Punkte sind von Euch nicht wesentlich beeinflussbar. Deswegen solltet ihr Euch überlegen, wie Euer jeweiliges Vorhaben an diese Bedingungen angepasst werden kann (Beispiel: Es macht keinen Sinn mit einer 2 Mädchen starken Gruppe drinnen 3 Stunden Baseball zuspielen, wenn sich die 2 in der Orientierungsphase befinden oder lieber über die neueste Mode diskutieren wollen...).