Pressearbeit ist eine der Säulen von Öffentlichkeitsarbeit. Pressearbeit bereitet manchmal Probleme, weil wir oft nicht richtig wissen, wie es angepackt wird. Für die Presse gibt es verschiedene Artikelformen: Nachricht, Meldung, Bericht, Glosse, Kommentar, Reportage, Feature.

 

Aufbau eines Artikels

· Einleitung möglichst unter Beachtung der sechs W's Wer - Was - Wann - Wo - Wie - Warum

· Das Wichtigste nach vorne ("Headstil"), nicht darauf spekulieren, dass durch Spannungsaufbau (wie im Deutschaufsatz - Höhepunkt am Ende) der Artikel eher gelesen wird. Entscheidend ist die Herstellung persönlicher Betroffenheit, von persönlichem Interesse durch die Aufmachung, die Überschrift und den Vorspann.

· Einleitung attraktiv verfassen: Zitat, Knüller

zum Beispiel:

"In seiner letzten Sitzung vom 15. Januar 1991 stimmte der Gemeinderat Stuttgart dar-über ab, ob man das Rathaus schließen soll. Die Mehrheit war dafür."

besser ist:

"Die Bombe platzte in der letzten Gemeinderatssitzung. Die Ratsherren beschlossen, das Rathaus zu schliessen."

oder auch:

"Das gibt's doch gar nicht! Bürgermeister Meier versteht die Welt nicht mehr. Er muß sich nach einer neuen Arbeitsstelle umsehen, denn das Rathaus wird geschlossen. So will es der Gemeinderat."

· Hauptteil: Information, Information, Information

· Schluss: Fazit, Ausblick, sprachliches Bonbon wie etwa ein Zitat oder Wortspiel

 

Stilistisches

- Kurze Sätze, keine Schachtelkonstruktionen

- Aktive Verben statt können, dürfen, sollen, wollen, müssen

zum Beispiel:

Herr Meier durfte (konnte) die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg entgegennehmen,

besser wäre:

Herr Meier erhielt die Ehrennadel, er freut sich darüber.

oder:

Präsident Müller verlieh (überreichte, übergab) sie ihm, heftete sie ihm ans Revers etc.

- Keine Wortwiederholungen (Synonym-Lexikon)

- Treffende Wortwahl

- Keine eigene Meinung wie beispielsweise "Glücklicherweise kamen mehrere zu-schauer" äussern

 

Formales

- Namen komplett angeben

- Keine Damen und Herren

- Keine Fachbegriffe

- Keine Abkürzungen

- Keine handschriftlichen Texte

- Aktualität beachten

- Überschriften vorschlagen 3 Form-/Manuskriptblätter einhalten

- Doppelter Zeilenabstand

- Ausreichend Rand lassen

- Auf dem Manuskript Autor und Telefonnummer vermerken

 

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte

Diese Erkenntnis sollte für die Pressearbeit unbedingt beachtet werden. Denn Bilder werden in der Zeitung immer viel stärker beachtet als Texte. Pressefotos haben das Format 13 x 18 und werden schwarz/weiss (Hochglanz) abgezogen. Farbige Fotos haben leider in Schwarz/Weiss weniger Kontraste.

Zu jedem Foto gehört eine kurze Bildunterschrift, die das Bild erläutert.

Auf der Rückseite sind Absender, Datum, Titel der Aufnahme und der Hinweis "Abdruck honorarfrei" zu vermerken.

Wer Pressefotos anfertigt, sollte mit der Kamera umgehen können. Unscharfe und uninteressante Bilder haben keine grosse Chance auf Veröffentlichung.

Fotografiert Ihr auf Veranstaltungen einzelne Personen, so fragt diese vorher, ob sie mit der Aufnahme und einer eventuellen Veröffentlichung einverstanden sind.

Einfacher ist es natürlich, den Bildredakteur der Zeitung einzuladen.

 

1. Tipp

Der persönliche Draht zur Presse ist unabdingbar. Das heisst nichts anderes, als dass Ihr Euch mit den entsprechenden Zeitungen in Verbindung setzt und herausbekommt, wer für solche lokalen Aktivitäten als Redakteur zuständig ist.

 

2. Tipp

Aktuelle Nachrichten haben in einer Zeitung immer Vorrang. Kurze Nachrichten haben eine wesentlich grössere Abdruckchance als lange Aufsätze. Die meisten Leser interessiert weniger der gross angelegte Bericht (das Lesen ist viel zu anstrengend), als vielmehr die kurze knappe Meldung über echte Neuigkeiten. Neuigkeiten können Kinderspielfeste, Ausstellungen, Erste-Hilfe-Seminare, Zeltlager, Realistische Unfalldarstellung oder auch sonstige Freizeitaktivitäten sein.

 

3. Tipp

Es ist wichtig, mit dem zuständigen Redakteur immer wieder in Kontakt zu treten. Wenn Ihr das zweite oder dritte Mal angerufen habt, um ihn zu fragen, ob nicht diese oder jene Aktion eine Meldung in der Zeitung wert sei, wird er sich irgendwann von selbst an das JRK erinnern. Bei dieser Erinnerung wird er feststellen, dass das JRK eigentlich wahnsinnig viele verschiedene Aktivitäten für Kinder und Jugendliche bietet.

 

4. Tipp

Jeder Redakteur benötigt abdruckreifes Material, Wenn Ihr auf eine bestimmte Aktivität hinweisen wollt, so erhöhen sich die Chancen für eine Veröffentlichung, wenn eine mehr oder weniger kurze und interessante Meldung darüber bereits geschrieben vorliegt, die eigentlich so wie sie ist, gedruckt werden könnte. Hat ein Journalist durch Eure Vorarbeit weniger Aufwand, so ist die Bereitschaft höher; Euer Geschriebenes zu veröffentlichen. Beim schriftlichen Vorformulieren hat man ausserdem die Gewähr, dass alles richtig verstanden wird.

 

5. Tipp

Bei der Öffentlichkeitsarbeit ist es wichtig, dass Ihr Eure Meldungen möglichst weit streut. Solltet Ihr die Meldung nur an eine Zeitung schicken, ist die Chance einer Veröffentlichung natürlich geringer, als wenn Ihr diese an mehrere versendet. Was anderes ist es natürlich, wenn ein Journalist extra über ein Thema berichten möchte. Das nennt man dann auch Exklusivberichte.

 

6. Tipp

In jeder Redaktion gibt es immer wieder Themenschwerpunkte (Serien). Solltet Ihr her-ausfinden, dass es z.B. im Moment einen Themenschwerpunkt zur Ausländerfeindlichkeit gibt, so wäre es für die Redaktionen sehr interessant zu wissen, dass das JRK im Stadtteil vielleicht gerade eine Aktion hierzu macht.

 

7. Tipp

Nahezu alle Zeitungen geben mindestens einmal im Jahr Gesundheitsbeilagen, Beilagen zu Ferienspassaktionen oder Veranstaltungsbeilagen heraus. Fragt den zuständigen Redakteur, wann diese Beilagen herausgegeben werden und ob Ihr ihm dafür Material schicken dürft.

 

8. Tipp

Es ist sehr wichtig, dass Ihr eine Pressekartei anlegt. In dieser Kartei sind dann alle Angaben vorhanden, die Ihr für eine kontinuierliche Arbeit braucht. Dabei werdet Ihr feststellen, daß es doch sehr viele Zeitungen gibt, mit denen Ihr immer wieder in Kontakt treten könntet.

In der Redaktionskonferenz legen die Journalisten fest in welchem Umfang über ein Ereignis berichtet wird. Je nach dem wie wichtig sie es einschätzen, desto mehr oder weniger wird der  Bericht Platz in der Zeitung einnehmen.

Um die eigene Zeit und die Zeit des Redakteurs zu sparen, ist es von Vorteil von vorne herein zu klären, in welchem Maße die Journalisten bereit sind zu berichten. Soll ein kleinerer Bericht erstellt werden, so versucht das wichtigste aufzuarbeiten, sollte die Zeitung bereit sein eine größere Veröffentlichung zu machen, dann sammelt möglichst viele Informationen für das Pressegespräch oder die Presseinformation.

 

Außer dem Bericht gibt es noch weitere wichtige Textformen in Zeitungen.

 

Die Ankündigung

Sehr praktisch ist besonders bei öffentlichen Veranstaltungen, wenn die Redaktion bereit ist eins so genannte „Ankündigung“ zu veröffentlichen. In ihr wir ein paar Tage vor dem Ereignis in einer kurzen Zusammenfassung beschrieben, was die Besucher erwarten wird.

Diese Form ist im Gegensatz zu einer Anzeige kostenlos und bekommt im Normalfall eine höhere Aufmerksamkeit. Sie lohnt sich damit doppelt.

Die Bildunterschrift

Eine Bildunterschrift ist ein kleiner Text unter einem Bild von ca. 4-5 Sätzen. In ihr wird dem Leser meist ein kurzes Resümee der Veranstaltung geboten. Ob nun ein Bereicht oder ein Bild mit Unterschrift besser ist, darüber lässt sich streiten. Der Vorteil des Bildes ist die erhöhte Aufmerksamkeit, der des Bereichtes die Möglichkeit mehr Informationen zu vermitteln. Optimal ist natürlich eine Kombination aus Bericht und Bild. Dazu muss die Veranstaltung jedoch auch ein größeres öffentliches Interesse besitzen.

Klärt also vor dem Pressegespräch oder der Erstellung einer Presseinformation ab, was die Redaktion bereit ist zu machen. Und erstellt daraufhin nach deren Vorstellung die Materialien.

 

Markus Rieger

1. Information der Medien

ca. 3-4 Tage vor der Veranstaltung solltet Ihr mit der Zeitung oder dem Sender am besten telefonisch in Verbindung treten. Lass Euch gleich mit dem zuständigen Redakteur verbinden.

Im Gespräch solltet Ihr folgendermaßen vorgehen: Der Redakteur möchte einen Bericht verfassen, den möglichst viele Menschen anspricht. Also stellt das heraus, was das Besondere an Eurer Aktion ist. Z.B. die Größe: „Jugendrotkreuzler aus ganz Baden-Württemberg“ oder ein besonderes Engagement „JRK´ler besuchen sein 3 Jahren Senioren im örtlichen Altenheim“.  Mit diesem „Besonderen“ im Hinterkopf ruft Ihr dann bei diesem Redakteur an Fragt ihn ob von seiner Seite her nicht Interesse an dieser Aktion bestehen würde. Wenn ja, fragt Ihn ob er eine Presseinformation zugesandt haben möchte oder er sich vor Ort mit Euch persönlich unterhalten möchte.

 

2. Vorbereitung Presseinformation/Pressegespräch

Das „Besondere“ habt Ihr ja schon festgelegt. Nun stellt sich die Frage was Ihr der Bevölkerung noch weiter vermitteln wollt. Hat die Aktion schon einen gewissen Inhalt (z.B. Kinderarmut Kampagne) dann wird es einfacher, ist es eine Veranstaltung mit mehreren (möglichen) Zielen dann wird schwerer. Nehmen wir einmal ein Zeltlager. Soll nun der Schwerpunkt auf dem Lager-Wettbewerb mit Erste Hilfe Kenntnissen liegen oder steht das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund. Wichtig ist, dass Ihr Euch auf ein bis maximal zwei Punkte konzentriert. 

 

3. Die Pressemitteilung/Gespräch

Mit diesem Schwerpunkt und dem „Besonderen“ im Hinterkopf verfasst Ihr dann die Pressemitteilung oder führt das Pressegespräch. Und nicht vergessen: eine Pressemitteilung sollte so geschrieben sein, dass der Redakteur Teile davon oder die gesamte Mitteilung ohne Änderungen übernehmen könnte.

In der Überschrift sollte das „Besondere“ stehen (z.B. Jugendrotkreuzler aus ganz Baden-Württemberg treffen sich in x-Dorf). Dann sollte die Pressemitteilung eine Einleitung haben in der das Wichtigste kurz zusammengefasst ist. Dann kommen die Einzelheiten.

Ein Beispiel für eine Pressemitteilung seht Ihr auf der nächsten Seite. Zum Formalen ist noch zu sagen: Rand nicht vergessen und an die CI Richtlinien zumindest im groben halten.

Ganz wichtig ist auch noch: Wenn Ihr Abkürzungen benutzt z.B. JRK, RUD, KV usw. dann vergesst nicht diese zu erklären. Nicht jeder Redakteur kennt sich mit unseren Abkürzungen aus.

Wenn Ihr das Ganze noch einmal vertiefen wollt: Schaut einfach in das Kommunikationshandbuch des DRK. Interessant ist auch: Herbst, Dieter 1997: Public Relations. Cornelsen Verlag.