Notfalldarstellung

Das Jugendrotkreuz beschäftigt sich in seinen Gruppenstunden intensiv mit dem Thema Notfalldarstellung (früher RUD oder Realistische Unfalldarstellung). Dabei geht es darum, Notfälle bei Erste-Hilfe-Ausbildungen oder Übungen so echt wie möglich darzustellen. Die Jugendrotkreuzler können dann Notfallsituationen unter realistischen Bedingungen kennen lernen und richtiges Verhalten trainieren. Außerdem tragen diese Übungen dazu bei, Angst vor Blut, Verletzungen und Schmerzreaktionen abzubauen und erleichtern es den Lernenden, sich in die Situation des Verletzten hinein zu versetzen.

13.09.2016

12. Fachtagung Notfalldarstellung

Am 12. und 13. November 2016 findet im Haus des Jugendrotkreuzes in Kirchheim/Teck die 12. Fachtagun[mehr]

Kategorie: Notfalldarstellung

24.09.2013

1. Praxisworkshop Notfalldarstellung

Rundschreiben-Nr.: 33/2013 / JRK-RS-Nr.: 12/2013 Am Samstag, 19.10.2013 findet in Kirchheim/Teck de[mehr]

Kategorie: Notfalldarstellung, Rundschreiben

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Ausbildungsmodule der Notfalldarstellung

Die nachfolgenden Module für die Ausbildung im Bereich der Notfalldarstellung orientieren sich nach dem neuen Bundesleitfaden Notfalldarstellung.

Grundlehrgang Notfalldarstellung

Zielgruppe:

Teilnehmer, die das Mindestalter von 14 Jahren erreicht und einen Erste-Hilfe Hilfe-Lehrgang absolviert haben.

Richtziel:

Die Teilnehmer entwickeln und erwerben grundlegende schminktechnische und darstellerische Fähigkeiten und Fertigkeiten der Notfalldarstellung.

Voraussetzungen:

  • Erste-Hilfe-Kurs

Zeitansatz:

Ein Wochenende (mindestens 16 UE à 45 Minuten)  

 

Aufbaulehrgang Notfalldarstellung Schminken

Zielgruppe:

Teilnehmer, die das Mindestalter von 16 Jahren erreicht sowie den Grundlehrgang und die Sanitätsausbildung A absolviert haben.

Richtziel:

Die Teilnehmer entwickeln und erwerben fortgeschrittene Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Schminktechnik zur Notfalldarstellung.

Voraussetzungen:

  • Grundlehrgang Notfalldarstellung
  • Abgeschlossene SAN-Ausbildung (oder vergleichbare Ausbildung)

Zeitansatz:

Ein Wochenende

 

Aufbaulehrgang Notfalldarstellung Darstellung

Zielgruppe:

Teilnehmer, die das Mindestalter von 16 Jahren erreicht sowie den Grundlehrgang und eine Sanitätsausbildung absolviert haben.

Richtziel:

Die Teilnehmer entwickeln und erwerben fortgeschrittene darstellerische Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Notfalldarstellung.

Voraussetzungen:

  • Grundlehrgang Notfalldarstellung
  • Abgeschlossene SAN-Ausbildung (oder vergleichbare Ausbildung)

Zeitansatz:

Ein Wochenende

 

Übungsmanager

Zielgruppe:

Teilnehmer, die das Mindestalter von 18 Jahren erreicht sowie den Grundlehrgang, eine Sanitätsausbildung und beide modulare Aufbaulehrgänge absolviert haben.

Richtziel:

Die Teilnehmer entwickeln und erwerben die Fähigkeit, Übungen und Einsätze in der Notfalldarstellung zu planen und zu leiten.

Voraussetzungen:

  • Grundlehrgang Notfalldarstellung
  • Aufbaulehrgang Modul Schminken
  • Aufbaulehrgang Modul Darstellung
  • Abgeschlossene SAN-Ausbildung (oder vergleichbare Ausbildung)

Zeitansatz:

Ein Wochenende 

 

Ausbilderlehrgang Notfalldarstellung

Zielgruppe:

Teilnehmer, die das Mindestalter von 18 Jahren erreicht sowie den Grundlehrgang, eine Sanitätsausbildung und beide modulare Aufbaulehrgänge in den letzten beiden Jahren absolviert haben.

Die Teilnehmer sollen später als Multiplikatoren (Ausbilder) auf Kreisebene für die Notfalldarstellung tätig sein.

Richtziel:

Die Teilnehmer entwickeln und erwerben die didaktischen, methodischen und rhetorischen Fähigkeiten, um auf Kreisebene im Bereich der Notfalldarstellung auszubilden.

Alle Teilnehmer absolvieren am Ende der Ausbildung eine Lehrprobe sowie eine theoretische Prüfung.

Inhalte:

Einführung in den Lehrgang

Der Ausbilder

  • Rolle des Ausbilders

  • Kommunikation

  • Rhetorik, Wahrnehmung

 

Einführung in die DVD 'Lehr- und Lernunterlage Notfalldarstellung'

Sicherheit (Gefahrenquellen und Gefahrenvermeidung)

Materialkunde

Fachdidaktik Verletztenmuster

Das Lernen

  • Lerntypen

  • Das Gedächtnis

  • Lernerfolg

 

Methodik/Didaktik

  • Lernziele

  • Unterrichtsformen

  • Medieneinsatz

  • Feedback

 

Teilnehmergerechter Unterricht

  • Gruppendynamik

  • Herausfordernde Teilnehmer

  • Altersgerechte Notfalldarstellung

 

Fachdidaktik Krankheitsbilder

Schauspielkunst

Fallbeispiele

Lehrgangsorganisation

Rund ums Recht

  • Jugendschutz

  • Schutz vor Grenzverletzungen

  • Aufsichtspflicht

  • Medienrechte

 

Prüfungen (Theorie und Praxis)

 

Voraussetzungen:

  • Grundlehrgang Notfalldarstellung
  • Aufbaulehrgang Modul Schminken
  • Aufbaulehrgang Modul Darstellung
  • Abgeschlossene SAN-Ausbildung (oder vergleichbare Ausbildung)
  • Mitwirkung als Ausbildungshelfer an einem Lehrgang Notfalldarstellung

Zeitansatz:

Drei Wochenenden

 

Fortbildungen Notfalldarstellung

Zielgruppe:

Ausbilder der Notfalldarstellung (mit Priorität, andere erfahrende Anwender der Notfalldarstellung werden auch zugelassen).

Richtziel:

Die Teilnehmer werden von Mitgliedern der Kompetenzgruppe Notfalldarstellung zu aktuellen Themen in der Notfalldarstellung fortgebildet. Für die Teilnahme gibt es Punkte für die Lehrscheinverlängerung zum Ausbilder Notfalldarstellung.

Zeitansatz:

Flexibel, in der Regel eine Tagesveranstaltung.

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Die Geschichte der Notfalldarstellung

Ausgehend von Erfahrungen der Britischen Armee im zweiten Weltkrieg trugen zunächst Berufsschauspieler als Mimen dazu bei, Sanitäter an den Anblick von Verletzungen zu gewöhnen (1942 - 1944). Sie bildeten mit Hilfe der im Theater üblichen  Schminkmaterialien Wunden nach, die bei Einsatzübungen in realitätsnahen Situationen zur Anwendung kamen.

In Großbritannien, Dänemark und der Schweiz wurden 1944 (in Frankreich: 1950; in Schweden:1953) erste Unterlagen erstellt bzw. Hilfsmittel entwickelt, die sich speziell auf die möglichst naturgetreue Darstellung von Wunden beziehen bzw. hierbei Verwendung finden.

In der Bundesrepublik Deutschland wurden nach anfänglicher Verwendung von Verletzungs-Karten ( bis ca. 1950 )  

seit etwa 1951 zunächst Moulagen in Form von Gummiattrappen

angeboten, die am Körper angebunden wurden. 1954 erschienen dann erstmals -herausgegeben vom Jugendrotkreuz- "Blätter über Realistische Unfalldarstellung".

Seit 1955 wurde dann vom DRK in mehreren Auflagen die Broschüre "Realistische Unfalldarstellung" (Dr. Gerlach / Stoeckel) herausgegeben, ergänzt im Jahre 1968 durch die "Arbeitsmappe Realistische Unfalldarstellung" (Körner).

 

Wegen schlechter Erfahrungen mit dem bis dahin bekannten unzulänglichen Materialangebot (Verletzungs-Karten, Moulagen) wurde 1964 der Schminkkasten "Mehlem 64" entwickelt, der nach zahlreichen Verbesserungen und Ergänzungen zwischen 1965 und 1985 bis heute gebräuchlich ist. Eine Abwandlung zu diesem Schminkkasten stellt der Schminkkoffer "Bavaria 91“ dar, der sich durch ein leicht erweitertes Material- und Zubehörangebot auszeichnet.

Die neueste Entwicklung auf dem Gebiet der Schminksets ist der Schminkkoffer "Westfalen“. Zum Zeitpunkt der Leitfadenerstellung befand sich bereits eine kleine Ausführung dieser sehr anspruchsvollen und nicht sehr billigen Variante in der Art des Typs "Münster“ in Vorbereitung.

Auch im DRK der ehemaligen DDR wurde die realistische Darstellung von Unfallsituationen als ein Mittel zur Verbesserung des Aus­bildungsniveaus und der psychischen Belast­barkeit der Helfer genutzt. Die Informationen zur Verletzung waren auf Geschädigten­karten (verbale Beschreibung mit oder ohne bildliche Darstellung) zusammengefasst und später mit verschiedenen Schminkmaterialien und der ebenso wichtigen schauspielerischen Darstel­lung gegeben. Die vielen individuellen Initiati­ven von Rotkreuz Helfern erhielten Anfang der 60`er Jahre durch die Broschüre "Die realisti­sche Unfalldarstellung - Eine Anleitung für DRK-Lehrkräfte“ eine einheitliche Form. Das Schminksortiment "RU/K Sortiment DRK“ der Firma Coloran und die Dia-Reihe “Realistische Unfalldarstellung“ standen für die laut Rahmen­lehrplan 22 Stunden umfassende Ausbildung als Unterrichtsmittel zur Verfügung.

Eine andere Richtung erhielt die RUD im DRK der DDR mit dem Vorschlag von Herrn Werner Stammberger vom 3.11.1973 zur Herstellung von Wundmoulagen. Diese dünnen Gummiapplikationen wurden maschinell produziert und mit Hand bemalt. Sie kamen in Verbindung mit den bis dahin üblichen Schminkmaterialien zum Einsatz und sollten dazu beitragen, in kurzer Zeit mit möglichst geringem Aufwand viele Verletzte als Darsteller vorzubereiten.

Bis 1990 wurden ca. 3000 kleinflächige und 4000 großflächige Moulagensätze produziert.

 

Vervollständigt wurde die Unterrichtsmittelpalette im Jahre 1988 durch die Herausgabe des Handbuches “Realistische Wund- und Unfalldarstellung“, worauf auch heute noch viele Realistiker gerne zurückgreifen.

Im Jahre 1994 wurde im DRK in der Bundesrepublik Deutschland damit begonnen, für die Ausbildung in Realistischer Unfalldarstellung bundeseinheitliche Ausbildungsunterlagen zu erstellen. Mit dem vorliegenden Leitfaden wird nun der erste Schritt dieser Etappe abgeschlossen.

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