JRK-Schularbeit
Schulsanitätsdienst - Schulen - Vorschulprogramm - Grundschule - Veranstaltungen - Ausbildung - Projekte - Impulse -  Materialien
Du bist hier: > Startseite > JRK-Schularbeit > Schulen

Schulsanitätsdienst an verschiedenen Schularten

Im Schuljahr 1987/1988 startete das Jugendrotkreuz im DRK Landesverband Baden-Württemberg e.V. die 1. Projektphase „Schulsanitätsdienst“ an 12 Schulen (5 Grund- und Hauptschulen, 2 Realschulen, 2 Gymnasien, 3 Sonderschulen) in 9 DRK-Kreisverbänden.

 

Heute nehmen an dieser Aktion des Jugendrotkreuzes über 500 Schulen teil. Unter Berücksichtigung der Schulsanitätsdienste im Bereich des DRK-Landesverbandes Badisches Rotes Kreuz gibt es in Baden-Württemberg ca. 700 Schulsanitätsdienste in Kooperation mit dem Roten Kreuz.

 

Dabei haben zur Zeit die Gymnasien und Realschulen die meisten Schulsanitätsdienste eingerichtet. Gefolgt von den Hauptschulen, deren Zahl, nach dem praktischen Wegfall des sogenannte „erweiterten Bildungsangebots“, kaum noch zunimmt. Sonderschulen und berufliche Schulen stellen den kleinsten Anteil der Schulen mit Schulsanitätsdiensten.

 

Das Interesse der Lehrerschaft sich zum/zur „Erste-Hilfe-Ausbilder/in“ in einem einwöchigen Lehrgang an der DRK-Landesschule in Pfalzgrafenweiler (Freudenstadt) zu qualifizieren und damit selbstständig Erste-Hilfe-Kurse an der Schule erteilen zu können und auch betreuende Lehrkraft einer Schulsanitätsdienstgruppe sein zu können, ist ungebrochen.

Wir erwarten, dass durch die verstärkte Einrichtung von Ganztagsschulen und die verpflichtende Einführung der „Themenorientierten Projekte Soziales Engagement“ (TOP SE) an den Realschulen des Landes die Zahl der Schulsanitätsdienste noch weiter ansteigen wird.

 

Ein Schulsanitätsdienst kann der jeweiligen Schule zu einem unverwechselbaren Profil verhelfen und ihr bei der Vermittlung von sozialen, personalen, fachlichen und methodischen Kompetenzen ungeahnt dienlich sein.

Kurz: Er ist das Plus (+) an jeder Schule.  

 

Dass Schulsanitätsdienste bereits einen wirksamen und positiven Faktor in der schulischen Realität darstellen, soll mit den folgenden Hinweise verdeutlicht werden:

 

1. Schulsanitätsdienst rettet Leben: Zwei Beispiele

 

Nicht, dass die folgenden Beispiele die Regel sind, aber Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter sind tätige Erste-Hilfe-Fachleute in Notfallsituationen an der Schule und können dabei eben auch zu Lebensrettern werden. In jedem Fall werden aber durch wirksame Schulsanitätsdienste das sogenannte „therapiefreie Intervall“ verkürzt. Dies hat u.a. zur Folge, dass verletzte und erkrankte Personen früher gesunden.

Immer wieder wird von Eltern, Lehrkräften und Schulleitungen auch nach Sinn und Wert eines Schulsanitätsdienstes gefragt. Als eine Antwort veröffentlichen wir hier bearbeitete Texte zu zwei nicht alltäglichen Notfällen.

 

Beispiel I:

Im Sommer 1997 an einer Schule in Baden-Württemberg

Aus dem Einsatzbericht des Schulsanitätsdienstes:

Um 08:23 Uhr wurde der Schulsanitätsdienst von einem Klassenlehrer auf den Pausenhof zu einem verletzten Kind gerufen, das auf dem Boden lag. Als die Schulsanitäterin Nicole D. bei der verletzten Schülerin ankam, wurde ihr von der Klassenlehrerin mitgeteilt, dass die Schülerin einen Herzfehler hat ...

In der Zwischenzeit wurde bemerkt, dass die Verletzte ihren Mundinhalt aspiriert hatte und wohl infolge dessen einen Herz-Kreislaufstillstand erlitt.

In diesem Moment triff der Schulsanitäter Rainer H. am Notfallort ein.

Die Schulsanitäter reanimieren ihre Mitschülerin bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes, der bereits zuvor vom Hausmeister alarmiert worden war.

Kurze Zeit später traf noch die Mutter des betroffenen Kindes an der Einsatzstelle ein. Die Situation erschreckte sie so sehr, dass sie zusammenbrach. ...

In den nächsten 25 Minuten ereigneten sich noch  weitere drei Notfälle. ...

 

Aus der Stellungnahme des Notarztes zu dem oben beschriebenen Notfall

... Bei unserer Ankunft fanden wir das 12-jährige Kind mit Kreislauf und Atemstillstand vor. Durch die Schulsanitäter wurden bei unserem Eintreffen bereits suffiziente (genügende/ausreichende) Reanimationsmaßnahmen durchgeführt.

Dass die Reanimationsmaßnahmen suffizient waren, soll hier ausdrücklich betont werden, denn das Kind hatte unter diesen Maßnahmen ein rosiges Hautkolorit und mittelweite, reagible Pupillen, dar Karotispuls unter Reanimation war gut tastbar. ...

Die Leistungen der beiden Schulsanitäter ist als hervorragend herauszustellen ... Die Schulsanitäter haben die Situation richtig erkannt und medizinisch sicher und gut die Reanimation durchgeführt.

Eine Auszeichnung der Schulsanitäter wird von mir ausdrücklich gefordert und unterstützt. ...

 

Beispiel II:

Bearbeiteter Text  aus den Schorndorfer Nachrichten vom 7. Juli 2001

 

Tim P. – immer gerüstet für den Notfall

Er initiierte zunächst einen Schulsanitätsdienst an seiner Schule, und vor kurzem rettete er einer Schülerin das Leben

Von unserem Redaktionsmitglied Patricia Rapp

"Das ist doch völlig normal, dass man jemandem hilft, der in einer misslichen Lage ist", spielt Tim P. (18) seinen Einsatz herunter. Seine Bescheidenheit in allen Ehren, aber Tatsache ist, dass Tim seine 13-jährige Mitschülerin Tina K. vor dem Ersticken bewahrt hat.

Es war ein Donnerstag wie jeder andere im Gymnasium. Der Unterricht ging den gewohnten Gang. Irgendwie wurde es mir aber plötzlich schlecht und ich hatte Kopfweh", erinnert sich die 13-Jährige. Tina bat, sich im Krankenzimmer hinlegen zu dürfen. Sofort wurde der von Tim P. ins Leben gerufene Schulsanitätsdienst benachrichtigt. Er und ein paar Mitstreiterinnen nahmen Tina in Empfang. Im

Krankenzimmer musste sie sich übergeben, und das wollte gar nicht mehr aufhören. „Irgendwann ging dann gar nichts mehr. Ich wollte mir mit der rechten Hand die Haare aus dem Gesicht streichen, aber das ging nicht. Da hatte ich dann echt Schiss."

Tim P. erkannte den Ernst der Lage: "Als die Hand lahm war, war das für mich ein Zeichen, sofort den Rettungsdienst zu rufen. Auch der Blutdruck war sehr niedrig und der Puls recht flach." Bis der Rettungsdienst kam, versuchte Tim das Mädchen, das "fast gar nichts mehr mitgekriegt hat", zu stabilisieren. Er sorgte dafür, dass die Sanitäter freie Bahn hatten, benachrichtigte die Eltern. Durch sein beherztes Auftreten hat er Tina, die noch über eine Woche im Krankenhaus lag, wohl das Leben gerettet. Tina: "Ich bin echt froh und dankbar, dass es diesen Rettungsdienst gibt." ...

Den Schülersanitätsdienst an der Schule gibt es noch nicht lange. Tim P. war aufgefallen, „dass es an der Schule in dem Bereich übel aussieht und kaum was da ist". Im Dezember hat er einen „Erste-Hilfe-Arbeitskreis“ angeboten, der sich einmal in der Woche trifft. Elf Schüler (hauptsächlich Neuntklässler) haben inzwischen beim Roten Kreuz eine Ersthelferausbildung gemacht. Sie teilen sich auch den Dienst. Jeden Tag haben drei Bereitschaft. Sobald ein Schüler ins Krankenzimmer will, werden sie über Funkgeräte verständigt. „Die Funkgeräte hat uns der Elternbeirat gespendet." Das Trio betreut Patienten, begleitet ihn/sie gegebenenfalls zum Arzt, nach Hause oder zurück ins Klassenzimmer. „Die ersten fünf Minuten sind sehr wichtig, da kann man einiges machen."

Auch wenn er nächstes Jahr etwas kürzer treten möchte und den Sanitätsdienst aufgeben möchte - das Abi naht - soll der Rettungsdienst sein Leben bleiben. Nach dem Abitur möchte er eine Ausbildung zum Rettungsassistenten machen: "Für mich ist das mehr als ein Beruf, es ist schon fast eine Berufung. Das ist etwas Zwischenmenschliches; dass man anderen Leuten hilft und auch helfen kann." Deswegen hat Tim P. auch immer Verbandszeug dabei. Er ist gerüstet für den Notfall.

 

2. Homepages der Schulen informieren auch über Schulsanitätsdienste

Zum Beispiel die Homepage des  Philipp-Matthäus-Hahn-Gymnasiums in Leinfelden-Echterdingen www.pmhg.de/ag/ssd.htm

 

 

Schulsanitätsdienste in ...

Hauptschulen

 

Realschulen

 

Gymnasien

 

Berufsschulen

    Druckansicht