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Schulsanitätsdienst an Gymnasien

 

3 Beispiele:

 

1) Fit sein für den Fall der Fälle

 

Aus den Schorndorfer Nachrichten vom Freitag, dem 27. Dezember 2002

 

Fit sein für den Fall der Fälle

Limes-Gymnasium unterhält seit zwei Jahren eine schuleigene Sanitäter-Gruppe

 

Welzheim.

Bereits im zweiten Schuljahr werden am Welzheimer Limes-Gymnasum Schulsanitäter ausgebildet. Die Schulsanitäter kümmern sich um verletzte und kranke Schüler und leisten im Ernstfall Erste Hilfe, bis der Rettungswagen eintrifft. Inzwischen erfreut sich das Modell wachsender Beliebtheit und kommt auch an zahlreichen anderen Schulen zum Einsatz.

 

Koordiniert wird die Arbeit der Schülerinnen und Schüler aus den Klassenstufen 5 bis 10 von Lehrerin Mona Winter, ausgebildet werden die "Sanis" von ehrenamtlichen Mitgliedern des Roten Kreuzes.  „Alle vier Wochen finden Schulungen statt - und das, wie alle Aktivitäten der Schulsanitäter, in der Freizeit der Kinder und Jugendlichen“, betont Mona Winter.

Zur Ausbildung gehören lebensrettende Sofortmaßnahmen wie Herz-Lungen-Wiederbelebung, aber auch für die kleineren Verletzungen des Schulalltags sind die Schulsanitäter bestens gerüstet.

 

Einsatz auch bei scheinbar harmlosen Fällen

Seit diesem Jahr sind sie zudem mit zwei Mobiltelefonen ausgestattet, mit deren Hilfe die jeweils diensthabenden Sanitäter im Einsatzfall von Sekretärinnen und Lehrern sofort verständigt werden können. Bereits bei scheinbar nicht schwerwiegenden Fällen wird ein Schulsanitäter hinzugezogen, sei es um den Patienten zu beruhigen und den Transport zum Arzt oder nach Hause zu organisieren, aber auch um für den Laien nicht erkennbare, lebensgefährliche Verletzungen auszuschließen.

Bleibt zu hoffen, dass die Schulsanitäter auch künftig von größeren Unglücksfällen bewahrt bleiben - doch wie bei der vergangenen Schulung wieder deutlich wurde, ist man als Schüler am Limes-Gymnasium dank der motivierten und gut ausgebildete Sanitäter in guten Händen.

 

 

2) Für das Leben Lernen

 

Bearbeitete Fassung aus der Hohenloher Zeitung vom 18. Juli 2002

 

Die Feuertaufe bestanden – Das Ganerbengymnasium hat als erste Schule in Künzelsau einen eigenen Schulsanitätsdienst

 

Von Silke Fux

Sie lernen fürs Leben, auch für das der anderen

 

Behutsam sind die Schulsanitäter des Ganerbengymnasiums dabei, Mitschüler in die stabile Seitenlage zu bringen. Jeder Handgriff wirkt routiniert, dennoch sind alle froh, dass es nur eine Schauübung ist. Das Ganerbengymnasium hat als erste Schüle in Künzelsau einen eigenen Schulsanitätsdienst. Davon gibt es im Hohenlohekreis insgesamt fünf.

Die Künzelsauer Schulsanitäter haben unter fachkundigen Blicken die offizielle Vorstellung ihres Schulsanitätsdienstes sehr gut gemeistert.

Neugierig verfolgten Schüler, Lehrer und auch Gäste aus Stadt und Land das Geschehen.

Da werden vermeintlich stark blutende Wunden mit Druckverbänden versorgt, beruhigend auf potentielle Verletzte eingeredet und Motorradfahrer, die bewusstlos scheinen in die stabile Seitenlage gebracht.

Auch die Herz-Lungen-Wiederbelebung wird an Puppen, sogenannten Phantomen, demonstriert.

 

"Die Schüler lernen hier was fürs Leben, und wer die Situation auf den Straßen kennt, weiß wie wichtig das ist;“ betonte Schulleiter Gerd Unzeitig.

Der Rektor ist stolz auf das Prädikat Schulsanitätsdienst und auf die entsprechende AG unter der Leitung zweier Lehrkräfte.

Beide haben eine spezielle Erste Hilfe-Ausbilderausbildung für Lehrer an der Landesschule des Deutschen Roten Kreuzes absolviert und arbeiten mit dem Roten Kreuz und dem Jugendrotkreuz Hand in Hand.

Fachkundig geben sie ihr Wissen an die Mädchen und Jungen weiter. "Diese arbeiten im Einsatz für andere", strich der Schulleiter das Besondere an diesem Engagement heraus.

Dass das Interesse an jenem Dienst groß ist, belegen die Zahlen deutlich. Derzeit sind 30 Schüler aus den Klassen acht bis elf im Schulsanitätsdienst.

Der Nachwuchs geht nicht aus: die Siebtklässler stehen bereits in den Startlöchern. 38 Schulsanitäter werden dazu kommen. Die derzeitigen Sanitäter treffen sich in der AG seit einem Jahr in Abständen von vier bis sechs Wochen. Arbeit gibt’s im Schulalltag. Nicht selten führt der Weg eines Schülers mit Platzwunde direkt zu den Schulsanitätern. Im Sanitätsraum sind die Ersthelfer in sämtlichen Pausen anzutreffen. Genaue Dienstpläne und Standorthinweise informieren darüber, wo die Schulsanitäter während des Unterrichts zu finden sind.

 

3) Zweimal täglich „Erste Hilfe“

 

Aus den Schorndorfer Nachrichten vom 12. April 2002

 

Schulsanitätsdienst-Gruppe am Max-Planck-Gymnasium

leistet im Schnitt zweimal täglich "Erste Hilfe"

 

Von unserer Mitarbeiterin Petra Klein

 

Ein blaues Funkgerät liegt auf dem Fensterbrett. "Schulsanitäter bitte zum Sekretariat" tönt es plötzlich aus dessen Lautsprecher. Julia K. (15), Tobias A (18) und Katrin K. (16) flitzen los.

Die drei Jugendlichen sind ein kleiner Teil des 56-köpfigen Schulsanitäterteams des Max-Planck-Gymnasiums.

Morgen haben Miriam, Hannes und Marissa Dienst. Für jeden Tag teilt Monika Müller, Lehrerin für Mathe und Physik und Betreuerin der Schulsanitruppe; drei Schüler ein, die mit Funkgeräten im Klassenzimmer sitzen.

Am Sekretariat wird die Patientin in Empfang genommen, nennen wir sie Tanja aus der sechsten Klasse. Sie hat sich den Kopf an die Stuhllehne gehauen. Umzingelt von drei Freundinnen und den Schulsanis wird sie in den Erste-Hilfe-Raum begleitet.

 

Aber das ist nicht immer der Fall, dass der Verletzte noch selbst gehen kann.

Weitaus Dramatischeres haben die Sanis schon erlebt..

Auf der Treppe gestürzt: Bein gebrochen.

Schülerin beim Tafel putzen ohnmächtig geworden:

"Plötzlich tut's plumps, der Lehrer dreht sich um und

die liegt auf dem Boden", erzählt Monika Müller.

Sage und schreibe 258 Einsätze gab's im vergangenen Schuljahr.

Im Schnitt zwei am Tag.

Im Sanitätsraum angekommen, wird Tanjas Kopf inspiziert. Sie sitzt auf der Liege, während Tobias mit behandschuhten Händen im blonden Kinderschopf nach der Beule sucht. Katrin führt das Hilfeleistungsprotokoll: Name? Klasse? Uhrzeit? Unfallhergang und Unfallort? Verletzungen? Und so weiter. Tanjas Kopf blutet nicht, aber Kopfschmerzen hat sie. Möglicherweise eine Gehirnerschütterung.

Noch ein wenig liegen bleiben. Wenn's nicht besser wird, ab zum Arzt; entscheiden die Drei. Auch auf Schulveranstaltungen wie dem Tag der offenen Tür sind die Sanis präsent. Gleich zu erkennen am weißen T-Shirt, auf dem in der Mitte eine rote Hand mit verbundenem Daumen prangt. Seit gut zwei Jahren gibt es die Sanis, am MPG. Die Idee, ein Erste-Hilfe-Team zu gründen, kam von Martin Mayer, ehemals Lehrer der Kepler-Schule, heute Beauftragter des Kultusministeriums für Schulsanitätsdienst. Über mangelnden Zulauf kann sich die Lehrerin Monika Müller nicht beklagen. Sogar die Kleinen kommen schon und fragen: "Dürfen wir mitmachen?", erzählt sie. Leider müssen sie mindestens in der zehnten Klasse sein. Freuen sich die Sanis, wenn sie eingeteilt sind? Na klar, die Schüler freuen sich. "In manchen Stunden wäre ein Einsatz schon ganz nett", finden sie. Da sieht man's mal wieder: Keine Theorie der Welt kann eine gute Praxis ersetzen.

Patientin Tanja geht's übrigens wieder gut. Am schlimmsten war der Schreck - und den konnten die drei Sanis ja bald lindern.

 

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