Ein Beispiel: Schulsanitätsdienst, bitte kommen
Aus der Presse vom April 2004
WEINGARTEN
Wenn die Nase blutet, der Bauch schmerzt oder Wunden versorgt werden müssen, sind sie stets zur Stelle. Zwar nicht mit Blaulicht und Sirenen, aber mit großem Fachwissen und umfangreicher Ausrüstung. Die Rede ist von den Schulsanitätern der Realschule, die fast täglich zum Einsatz gerufen werden.
Von unserem Mitarbeiter Felix Löffelholz
Wer kennt die Situation aus dem eigenen Sportunterricht nicht? Kaum ist der Sprung auf den Kasten geschafft, liegt man auch schon wieder unten vielleicht mit einer schmerzhaften Verstauchung oder offenen Knien. Immer wieder passieren kleinere und größere Unfälle im Schulalltag, die am besten schnell behandelt werden sollten.
"Schulsanitätsdienst, bitte kommen", schallt es fast täglich aus den Lautsprechern der Realschule, wo sich insgesamt 32 Schülerinnen und Schüler freiwillig dazu verpflichtet haben, in Notfällen zu helfen. Besonders nach der großen Pause, wenn Schneebälle oder Rangeleien ihren Tribut fordern, sind die Helferinnen und Helfer gefragt.
"Helfen und nicht wegschauen"
An Motivation mangelt es den Acht- bis Zehntklässlern mit Sicherheit nicht. „Man soll helfen und nicht wegschauen, wenn etwas passiert", sagt Karina. Und passieren kann viel - ob Bänderriss, eine offene Platzwunde oder gar ein 'handfestes Schleudertrauma. „Wir nehmen alles ernst", er-: klärt Anja, die auch Blutdruck messen oder einen Druckverband anlegen kann. Die Begleitung der Verletzten nach Hause oder zum Arzt ist ebenfalls Aufgabe des Sanitätsdienstes. "Es ist einfach gut zu wissen, was in Notfällsituationen zu tun ist", sind sich die Sanitäter einig. Aus diesem Gründ hat auch ein Großteil von ihnen bereits den „Sanitätskurs A" des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) erfolgreich belegt. „Darauf dränge ich sehr", sagt, Betreuungslehrerin Ursula Müller, die den Schulsanitätsdienst vor fünf Jahren mit aufgebaut hat und selbst aktive Rotkreuzlerin ist. Durch ihre Kontakte zum DRK und zu anderen Partnern ist es gelungen, einen Sanitätsdienst ins Leben zu rufen, der nach wie vor „eine Aktion des Jugendrotkreuzes" ist. Ursula Müller ist zugleich Ausbilderin für Erste Hilfe und unterrichtet ihre Sanitäter regelmäßig auf diesem Gebiet.
Nicht nur Verletzte profitieren
Vom "Sani-Dienst" an der Schule profitieren aber nicht nur Verletzte, sondern auch die Helfer selbst. "In der Jugend soll der Rotkreuz-Gedanke geweckt, gepflegt und in die Tat umgesetzt werden", erklärt die Betreuungslehrerin. Durch diesen Dienst würden Selbstvertrauen, Entscheidungsfähigkeit und Verantwortung besonders gefördert. Zuverlässig müssen sie allerdings sein, die hilfsbereiten Jugendlichen. "Wer zwei Mal unentschuldigt fehlt, fliegt raus", betont Ursula Müller entschlossen.
Neben den Einsätzen im Schulalltag sind die Helferinnen und Helfer auch bei zahlreichen Veranstaltungen präsent, etwa bei Schulfesten, Infotagen und Sportveranstaltungen. Auch beim Blutritt und Blutspendeterminen helfen sie tatkräftig mit – „Pflaschter bäppa", lacht Florian. Und Ursula Müller freut sich besonders über die freiwillige Teilnahme an zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen, die auch mal ein ganzes Wochenende in Anspruch nehmen können. „Für diesen großen Zeitaufwand bewundere ich meine Sanitäter wirklich", sagt sie. Beim vergangenen „Erste-Hilfe-Turnier" in Waldenbuch konnten die Realschul-Sanitäter ihr fachliches Wissen ein weiteres Mal unter Beweis stellen und belegten dabei den vierten Platz. Ursula Müller dazu: „Eine respektable Leistung!"