Ein Beispiel: Schulsanitäter als Retter in der Not
Bearbeitete Fassung aus der Cannstatter Zeitung vom Mittwoch, dem 6. Oktober 2004
MARTINA FÜRSTENBERGER
Schulsanitäter als Retter in der Not
Bad Cannstatt: Neun Schüler der Altenburgschule haben sich als Ersthelfer und Babysitter ausbilden lassen. Wenn ein Kind sich auf dem Hof der Altenburgschule die Knie wund schlägt oder beim Gerangel einen Ellenbogen ins Gesicht bekommt, dann helfen die Schulsanitäter aus der achten und neunten Klasse.
Dabei geht es nicht nur um das blutende Knie. Die neun Schüler beruhigen und trösten auch. Jeweils zu zweit sind sie in den großen Pausen Ansprechpartner für die kleineren und größeren Wehwehchen ihrer Mitschüler. Auch auf Schulfesten achten sie darauf, dass keinem etwas passiert. Ihren ersten großen Einsatz hatten die Schulsanitäter beim Street-Soccer-Turnier im Römerkastell. Dort gab es vor allem Wadenkrämpfe zu behandeln.
In 16 Stunden Kurs haben sich die neun Schüler zu Schulsanitätern ausbilden lassen. Nun wissen sie, wie ein Druckverband anzulegen ist, was eine stabile Seitenlage ist und was man bei Verbrennungen macht. Ihre offiziellen Urkunden bekamen sie vergangenen Montag überreicht. "Was ihr hier gelernt habt, könnt ihr immer brauchen so Schulleiterin Anita Seidl. „Nicht nur für die Schule.“
Michael Zengerink vom Deutschen Roten Kreuz hat die Jugendlichen ausgebildet. Mit dem einen Kurs wird es jedoch nicht getan sein. Alle zwei Wochen wollen sich die Jugendlichen treffen, um sich fortzubilden oder gemeinsam etwas zu unternehmen. „Es geht darum, dass die Schüler Verantwortung übernehmen", sagt Zengerink. Dies tun sie nicht nur als Schulsanitäter, sondern auch als Babysitter. Sechs der neun Jugendlichen haben diese Zusatzausbildung gemacht. Der Bedarf ist da: sei es wenn sich Eltern auf Schulfesten alleine bewegen wollen, oder von Seiten der Lehrer. Betreuerin J. Rauscher plant bereits eine Babysitter-Vermittlung an der Altenburg-Schule.
Zufrieden ist auch Schulsozialarbeiter O. Domhan, der das Projekt initiiert hatte.
„Es sind einige Jugendliche dabei, die in der Schule nicht so häufig Anerkennung bekommen", sagt er. Als Schulsanitäter bekommen sie sie. „Wir können stolz auf uns sein", erklären sie nach der Verleihung der Urkunden denn auch selbstbewusst.